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Ein Blick auf die Treue vom spirituellen Standpunkt aus

Ein Blick auf die Treue vom spirituellen Standpunkt aus


Ein Blick auf die Treue vom spirituellen Standpunkt aus: Foto: © Serg Zastavkin / shutterstock / #128763254
Foto: Serg Zastavkin / Shutterstock.com

Treue ist ein Wort, das eine schwere Bedeutung in sich trägt. Heute ist es wieder in aller Munde. Doch stellt sich die Frage, ob Treue für den Menschen oder besser für die Seele überhaupt lebenswert ist. Kann man überhaupt treu sein? Oder stellen wir die Frage anders: Was ist Untreue? Und wem gegenüber sollte die Treue stets gehalten werden? Oder ist Treue, sich selbst gegenüber etwa Egoismus gleichzusetzen? Schauen wir uns das Problem mit der Treue einmal genauer an.

Treue vs. Allumfassender Liebe

Wünschen wir uns nicht alle, von der allumfassenden Liebe des Universums erfüllt zu sein und sie an jeden, der sie benötigt, weiterzugeben? Schauen wir tief in uns hinein, ohne Ego-Beteiligung und ohne die Masken, die wir so oft im Alltag tragen, dann werden wir feststellen, dass genau dies eigentlich eines der grössten Ziele ist, die wir uns im Leben gesetzt haben. Jedoch agieren wir nur selten genau in dieser Weise. Vielmehr blockieren wir uns selber mit sogenannten Treueschwüren. „Ich werde niemanden mehr lieben als Dich“ oder „Du bist die einzige Frau in meinem Leben“ oder aber „Ich werde niemals wieder jemanden so stark lieben können“.

Treueschwüre können vielfältig aufgestellt sein und verstecken sich oft in einer Liebeserklärung. Damit schneiden wir uns aber eigenständig von der universellen Liebe ab. Schliesslich haben wir gerade erklärt, dass wir nur diesen einen Menschen lieben wollen. Genau genommen haben wir uns selber gerade verboten, andere Menschen zu lieben oder von ihnen geliebt zu werden. Warum nur?

Betrachten wir diesen Begriff aus traditioneller Sicht, hat er weniger mit ewiger Liebe, sondern vielmehr mit anhaltender Unterstützung und Begleitung zu tun gehabt. Diese Sichtweise ist heute aber nicht allgegenwärtig. Vielmehr wird sie tatsächlich mit der emotionalen Ebene der Verliebtheit verwechselt. Vergessen wir aber nicht, dass das Leben aus Veränderungen besteht. Gibt es keine Veränderungen mehr, gibt es keine Entwicklung, wird es einem über kurz oder lang entzogen. Und diese Veränderung bezieht sich natürlich auch auf das Gefühls- und Liebesleben.

Wer jemandem aber die Treue versprochen, vielleicht sogar geschworen hat, steht dieser Entwicklung, dieser Veränderung massiv im Wege. Die Liebe, die Emotionen stagniert. Und was dies auf Dauer bedeutet, wissen wir alle, nicht wahr? Oftmals sind es eben genau diese Verbindungen, die brechen. Nicht das, was wir wollen, oder?

Die liebe Müh‘ mit der Selbsttreue

Es gibt eine Bewegung, die davon ausgeht, dass man nur dann eine spirituelle Weiterentwicklung erleben kann, wenn man sich selber treu bleibt. Da werden Sprüche wie „Bleibe Dir selbst treu und entledige Dich von allem, was Dir nicht guttut“ in den Äther geschrien. Halten wir inne: Sicherlich gibt es diese Momente, in denen die Kinder, die Familie der Mutter nicht guttun. Soll sie nun aber aufgrund ihrer Selbsttreue diese verlassen? Nein, mit Recht würde man dies egoistisch nennen. Aber wie soll sie sich denn nun treu bleiben?

Sie sehen: Die unterschiedlichen Standpunkte haben in sich Widerhaken und können dauerhaft keinen Bestand finden. Was also, um zur Ausgangsfrage zurückzukehren, ist Treue im spirituellen Sinne?

Ehrlichkeit, Wahrheit und Achtsamkeit - um der Liebe willen

Beginnen wir mit der Ehrlichkeit. Niemand sollte jemandem versprechen, sich niemals anderweitig zu verlieben oder jemand anderen zu ehren. Wir wissen selber, dass wir uns im Laufe unseres Lebens verändern, sodass es nicht normal wäre, sich nicht auch in diesem Bereich zu verändern. Und doch ist es den meisten Menschen nicht möglich, mehrere Menschen/Seelen gleichzeitig zu lieben, obwohl sie es sich sehnlichst wünschen. Das Ego drängt sich mit seiner materiell-existenziellen Sicht in diesem Punkt immer wieder in den Vordergrund. Es will einzigartig und deshalb unersetzlich sein. Schaffen wir es am Ego vorbei, werden wir der Wahrheit ins Gesicht blicken müssen.

Viele Seelen stehen um uns herum, die geliebt und geehrt werden wollen. Um diesen Seelen nachgeben zu können, bedürfen wir neben der Ehrlichkeit und der Wahrheit die notwendige Achtsamkeit, um jedem Einzelnen ohne Erwartungen seinen Anteil der Liebe geben zu können. Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden. Somit wäre der bedingungslosen Liebe jeder Seele gegenüber der Weg geebnet. Treue im klassischen Sinne wäre keine Frage mehr. Nur dem Schöpfer sollte unsere bedingungslose Treue gelten.

Ja, es kann alles so einfach sein, wenn man das Sein auf das reduziert, was es eigentlich ist:

Ein Entwicklungsweg, der das Leben der bedingungslosen Liebe beinhaltet und den Respekt gegenüber jeder Kreatur der Schöpfung. Und jeder sollte versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und die eigene, spirituelle Entwicklung bestmöglich in dieser Lebenszeit voranzutreiben. Natürlich ist es nicht leicht, da noch so viele Menschen in den alten Mustern verhaftet sind. Wer aber so richtig daran glaubt und sein Streben, sein Leben danach ausrichtet, wird sehen, dass jeder Stein, der ins Wasser geworfen wird, immer grösser werdende Kreise zieht. Und diese Kreise ziehen immer mehr Menschen in ihren Bann. So wie es sein soll.



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